Neue Gartenschläfer-Nachweise am Alpensteig bei Harra
Dank ehrenamtlichem Engagement der seltenen Schlafmaus weiter auf der Spur im Naturpark
Mit viel Ausdauer und Begeisterung widmet sich Nicole Kohl aus Harra dem Schutz einer selten gewordenen Schlafmaus: dem Gartenschläfer. Die regelmäßigen Aufenthalte im Wald sind für sie nicht nur ein Ausgleich zum Alltag, sondern inzwischen auch mit einem wichtigen ehrenamtlichen Beitrag zum Naturschutz verbunden. Gemeinsam mit Dr. Manfred Klöppel von der Naturparkverwaltung Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale geht sie der Frage nach, wo die gefährdete Art noch vorkommt.
Den Anstoß für ihre Spurensuche erhielt Kohl von Dr. Klöppel. Mit sogenannten Spurentunneln untersucht sie am Alpensteig bei Harra, ob Gartenschläfer das Gebiet nutzen. Insgesamt 25 Tunnel hat sie dafür im Gelände aufgestellt und kontrolliert diese regelmäßig. Ein spezieller Lockstoff auf Hanfölbasis hilft dabei, die Tiere anzulocken. Hinterlassen sie ihre charakteristischen Pfotenabdrücke, lässt sich ihr Vorkommen nachweisen. Die Methode ermöglicht damit eine schonende Erfassung, ohne dass die Tiere gefangen oder gestört werden müssen.
Für Kohl ist die Suche inzwischen zu einer spannenden Aufgabe geworden. Entgegen ihrer anfänglichen Erwartung entdeckte sie bereits nach kurzer Zeit erste eindeutige Spuren. Auch ihr Sohn begleitet sie bei den Kontrollen und erlebt so unmittelbar, wie Artenforschung im Gelände funktioniert. Die Zusammenarbeit mit Dr. Klöppel verbindet dabei praktisches Engagement vor Ort mit dem fachlichen Wissen der Naturparkverwaltung.
Solche Nachweise sind für den Naturschutz von großer Bedeutung. Der Gartenschläfer gilt als stark gefährdet und hat in Thüringen einen besonderen Verbreitungsschwerpunkt im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale. Nach Angaben der Naturparkverwaltung stammen mehr als 80 Prozent der Thüringer Gartenschläfernachweise aus diesem Gebiet. Jede dokumentierte Beobachtung trägt deshalb dazu bei, die Verbreitung der Art besser zu verstehen und mögliche Schutzmaßnahmen gezielter auszurichten.
Darüber hinaus gilt der Gartenschläfer als wichtiger Hinweis auf den Zustand seines Lebensraumes. Wo er geeignete Strukturen, ausreichend Nahrung und naturnahe Bedingungen vorfindet, können auch zahlreiche andere Arten gute Lebensbedingungen haben. Das Engagement von Ehrenamtlichen wie Nicole Kohl liefert deshalb wertvolle Daten und unterstützt die Arbeit der Naturparkverwaltung unmittelbar. Ihre regelmäßige Spurensuche zeigt, wie wichtig persönlicher Einsatz für den Erhalt seltener Arten sein kann.

