Bernshäuser Kutte

Beschreibung

Die Bernshäuser Kutte ist einer der eindrucksvollsten Naturseen Thüringens und liegt südöstlich des Ortsteils Bernshausen in der Gemeinde Dermbach im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Der kreisrunde Erdfallsee gilt als größter See der Thüringer Rhön und ist mit einer Wasserfläche von 4,85 Hektar und einer Tiefe von bis zu 47 Metern ein außergewöhnliches Naturphänomen.

Der Sage nach befand sich anstelle der heutigen Bernshäuser Kutte eine fruchtbare Wiese, die einer alten Frau aus Bernshausen gehörte. Nachdem sie die Wiese unter ihren Söhnen aufteilen wollte und damit einen Streit unter den Brüdern entfachte, verfluchte sie das Grundstück. Daraufhin verschwand die Wiese in der Tiefe und hinterließ einen steilen Abgrund, der sich mit Wasser füllte.

Tatsächlich entstand der See durch einen Erdfalleinbruch entlang der Urnshäuser Störungszone. Durch die Störung konnte Wasser durch den Buntsandstein bis zu den Salzlagern des Zechsteins gelangen. Dort löste es das Salz auf – es entstanden Hohlräume, die später einbrachen. Auf diese Weise sind auch der Schönsee und die Roßdorfer Kutte entstanden.

Die Bernshäuser Kutte besitzt keinen oberirdischen Zu- oder Abfluss und zählt zu den wenigen meromiktischen Seen Deutschlands – das bedeutet, dass sich die Wasserschichten nicht vollständig durchmischen. Diese stabile Schichtung macht die Kutte zu einem sensiblen und wissenschaftlich bedeutsamen Gewässer.

Der See liegt idyllisch eingebettet zwischen Stoffelskuppe und Pleß, umgeben von dichtem Wald und einer ruhigen, abgeschiedenen Landschaft. Bereits 1942 wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt und umfasst heute rund 13 Hektar geschützte Fläche.  Der See ist Teil eines größeren Natura‑2000‑Gebiets, das die umliegenden Wälder, Steilhänge und Lebensräume seltener Arten einschließt. Die besondere Wasserchemie und die ungestörte Lage schaffen Lebensräume für spezialisierte Pflanzen- und Tierarten. Die Kutte ist ein wertvoller Rückzugsort für Wasservögel, Amphibien und seltene Wasserpflanzen.

Baden ist aufgrund des Schutzstatus nicht erlaubt, doch ein Rundweg ermöglicht eindrucksvolle Ausblicke auf die steil abfallenden Ufer und die tiefgrüne Wasserfläche, weshalb der See auch als „Grüne Kutte“ bezeichnet wird. Auch das Landhotel "Zur Grünen Kutte" in Bernshausen wurde nach dem See benannt.

Die Nähe zu Wanderwegen wie dem HOCHRHÖNER macht die Kutte zu einem idealen Zwischenstopp für Naturfreunde, Fotografierende und Geologie‑Interessierte.

Geführte Wanderungen rund um die Kutte können über das Landhotel "Zur Grünen Kutte" gebucht werden.

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