Fledermausdorf Neidhartshausen


Beschreibung

Im Ort Neidhartshausen, der den Titel Fledermausdorf trägt, befindet sich auf dem Dachboden der im Jahr 1722 erbauten Kirche die Wochenstube der Fledermäuse. Sie zählt zu den 10 größten Vorkommen in Thüringen. Derzeit gehören etwa 800 Alttiere zur Kolonie.

Dass Neidhartshausen DAS Fledermausdorf in der Thüringischen Rhön ist, ist unverkennbar: Ob am Dorfgemeinschaftshaus, am Spielplatz, in der Dorfmitte oder an den Ortseingängen – überall wurde das Thema Fledermaus künstlerisch umgesetzt.

Rund 800 „Große Mausohr“-Weibchen steuern im Mai/Juni das Dach der Dorfkirche an - eine der bedeutendsten Fledermaus-Wochenstuben Thüringens. Sie gebären dort 600 bis 700 Junge und versorgen sie fünf bis sechs Wochen mit Muttermilch. Die sozial hoch intelligenten „Jäger der Nacht“, die bis zu 30 Jahre alt werden können, sichern sich die besten Plätze im Dachgestühl, wo sie kopfüber hängend den Tag verschlafen. Schließlich schwärmt ihr Nachwuchs nach ersten Flugübungen selbst zur Jagd aus. Die Tiere – übrigens das einzige flugfähige Säugetier der Welt – finden im Biosphärenreservat Rhön ideale Lebensbedingungen. Und nützlich sind sie auch, da ihre Nahrung aus Insekten, Spinnen, Mai- und Laufkäfern sowie Mücken besteht. Speziell für das Fledermausdorf wurden mehrere Gästeführer ausgebildet. Ihre täglichen Führungen bieten viel Wissenswertes und Unterhaltsames über die Fledermaus, ihren Lebensraum, ihren Schutz sowie ihren Nutzen für uns Menschen. Bei und nach der Dämmerung können die nachtaktiven Säuger sogar bei der Jagd beobachtet werden. BAT-Detektoren (Bat = englisch für Fledermaus) wandeln die für unser Ohr nicht wahrnehmbare Echoortung der Fledermaus in hörbare Laute um.

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