Ruine Schnepfenburg


Beschreibung

Die Schnepfenburg war eine im Mittelalter errichtete Burg in der Stadt Bad Salzungen im Wartburgkreis in Thüringen. Als Stadtburg befand sich die Anlage am Südrand der Altstadt, und der Burgberg ragt etwa 15 bis 20 Meter über den Spiegel des Burgsees auf¹. Die Burg hatte eine wichtige Funktion: Sie schützte den Zugang zur Stadt und zur Salzunger Saline.

Die Geschichte der Schnepfenburg reicht weit zurück. Schon in frühgeschichtlicher Zeit hatten die Kelten unweit des Burghügels eine salzhaltige Quelle entdeckt und zur Salzgewinnung eine befestigte Siedlung gegründet. Bei Ausgrabungen auf dem Burgberg wurden auch aus den folgenden Besiedlungsphasen bis ins Spätmittelalter Kulturschichten nachgewiesen. Vermutlich von den Franken wurden weitere Befestigungen angelegt.

Unter dem Kloster Fulda wurde die Burganlage um 1160 gegründet und militärisch ausgerüstet. Die Ersterwähnung erfolgte im Jahr 1166. Später wurde die Burganlage in die Stadtbefestigung einbezogen und bildete das südwestliche Bollwerk. Die Burgmannen waren verpflichtet, sich innerhalb der Stadt gelegene Wohnsitze zu erbauen, und dazu gehörte auch der Haunscher Hof.

Interessanterweise wurde der Name der Burg zunächst nicht in der Stadtchronik erwähnt. Erst der Fund eines Dokuments im Behälter an der Turmspitze gab den Namen preis. Dort ist die Rede von der „unüberwindlichen Schnepfenburg“. Die Burg blieb als Stadtburg und Amtssitz von Bedeutung und diente auch als Gerichtsort und Kerker.

Im Jahr 1786 geriet die Schnepfenburg beim letzten großen Stadtbrand in Brand und musste teilweise abgebrochen werden. Auf den Grundmauern der Burg errichtete man das heutige Schloss, das als Amtsgericht dient, sowie die Salzunger Stadtkirche.

Der Name „Schnepfenburg“ geht nicht auf ein Burgfräulein zurück, sondern auf die gleichnamigen Wasservögel, die am Felsen ihre Brutplätze hatten.

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