Technikmuseum Gesenkschmiede


Beschreibung

Im malerischen Lubenbachtal, angebunden an herrliche Fahrrad- und Wanderwege zu den Anhöhen des Thüringer Waldes liegt das Technikmuseum Gesenkschmiede der Stadt Zella-Mehlis, das zusammen mit dem Stadtmuseum Beschussanstalt und dem Heimatmuseum Benshausen wie kaum ein anderes die industriellen Kulturleistungen der Region würdigt. Leicht zu erkennen ist es an seinem schwungvollen Wasserrad im Außenhof, das einstmals die mächtigen Brettfallhämmer des Hauses in Gang setzte, welche Gäste heute bestaunen dürfen. Deren Technik drängte Anfang des 20. Jahrhunderts die händische Metallumformung am Amboss zurück und ermöglichte der sich rasch entwickelnden Zella- Mehliser Industrie die Serienproduktion vielfältiger Eisenteile. Egal ob Fahrrad, Auto, Glocke, Werkzeug oder Korkenzieher – es gab kaum etwas, womit die 4 m hohen, tonnenschweren Hammerwerke der regionalen Produktion nicht dienlich sein konnten. Federführend war dabei die ortsbekannte Schmiede-Familie Wahl, die das vormalige Sägewerk 1917 gekauft, schrittweise zur Gesenkschmiede umgebaut und bis 1985 erfolgreich als solche betrieben hatte, bevor es zum Museum umfunktioniert wurde. Bebilderungen und Erklärungstexte geben bei einem Rundgang Einblick in den Werdegang von Haus und Familie, über 90 historische Metallverarbeitungsmaschinen und natürlich die 6 eindrücklichen Brettfallhämmer, die deutschlandweit einzigartig sind, lassen erahnen, mit welcher Arbeitsintensität hier der Alltag bewältigt wurde. Wert gelegt wird dabei vor allem auf die Authentizität des historischen Ambientes. In der Werkstatt des Gesenkbauers etwa, dem die Ausarbeitung der metallenen Negative (Ober- und Untergesenk) für die nachfolgenden Hammerschläge zufiel, gewinnt man den Eindruck, die Tätigkeiten seien gerade erst aufgegeben worden, so unberührt nostalgisch breitet sich das Arbeitsumfeld vor dem Betrachter aus. Gleiches gilt für die großen Hallen, in denen die Hämmer ihr formgebendes Werk verrichteten. Die Lautstärke, die hier an der Tagesordnung war, lässt sich dabei nur erahnen. Der Schmied, dem man – rechtzeitig angemeldet – auch mal über die Schulter schauen darf, gibt hiervon am Internationalen Museumstag im Mai oder dem Schmiedefest im August auch gern mal eine Kostprobe. Kleine Gäste dürfen sich über eine spannende und anspruchsvolle Rallye mit Maskottchen Schmiedehannes freuen, die am Ende kaum noch Fragen ums glühende Eisen offen lässt und mit kleinen Preisen entlohnt wird. Übrigens: An der Schmiede befindet sich der Touringen-Kasten für Stempel Nr. 213. Wer hierauf Jagd macht, findet mit der Schmiede einen spannenden Zwischenstopp auf seiner Wanderschaft und kann im hauseigenen Kneipp-Becken auch gerne mal den Fuß ins eiskalte Wasser des Lubenbachs tauchen. E-Biker können ihr Fahrrad an der Ladestation direkt vor dem Haus aufladen, die sogar mit Reparaturwerkzeug ausgestattet ist.

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