- Besuchen & Genießen
- Erlebniskarte interaktiv
- Bärenstein mit Bärensteinhütte
Beschreibung
In und um Gräfenroda gab es einst Wölfe, Bären und Luchse. Somit hatten die Förster der damaligen Zeit eine weit gefährlichere Arbeit zu vollbringen.
Von zwei Abschüssen solcher Wildtiere zeugen Gedenksteine, die an die jeweiligen Förster erinnern: der Luchsstein bei Oberhof und der Bärenstein auf dem Waldsberg in Gräfenroda.
Der Bärenstein hat folgende Entstehungsgeschichte: In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts lebte in Gräfenroda der gräflich schwarzburgische Förster Hans Balthasar Harras. Er hatte viele Kämpfe mit wilden Tieren auszufechten, denn damals hausten noch Bären, Wölfe, Luchse und Wildschweine in unseren Wäldern. Einen Bären zu erlegen, war ihm jedoch noch nicht gelungen.
Am 14. August 1671 sichtete Harras, begleitet von seinem 15-jährigen Sohn Peter, endlich den längst verfolgten Bären. Der Schuss krachte, das Tier rollte zu Boden, erhob sich aber wieder und stürzte sich auf den Jäger. Peter legte rasch an und traf den Bären tödlich.
An der Stelle, wo das Tier fiel, wurde der „Bärenstein“ gesetzt mit der Inschrift:
H. B. H. mors ursi
14. 8. 1671
(Hans Balthasar Harras – Tod des Bären)
Harras starb 1696 im Alter von 84 Jahren. Der von ihm erlegte Bär war aber wohl nicht der letzte in unserer Gegend. Am 1. August 1693 glaubte der Dörrberger Förster Andreas Gundermann, einen Bären zu erspähen, schoss – und traf versehentlich den Köhlersohn Nikolaus Völlner tödlich. Das Kirchenbuch hält dieses tragische Ereignis ausführlich fest.
Direkt am historischen Bärenstein erinnert heute die Bärensteinhütte an die Naturverbundenheit und das Engagement der Gräfenrodaer Bevölkerung. Sie wurde 1972–1973 von den Natur- und Heimatfreunden Gräfenrodas unter Leitung von Dipl.-Ing. Horst Rodehau errichtet. In vielen freiwilligen Arbeitseinsätzen entstand ein beliebter Rastplatz, der bis heute Wanderern und Naturfreunden offensteht.
Nach fünf Jahrzehnten war eine umfassende Sanierung nötig. Mit Unterstützung der Naturparkmeisterei Thüringer Wald, des UNESCO-Biosphärenreservats Thüringer Wald, der Gemeinde Geratal und zahlreicher Helfer konnte die Hütte 2024/2025 instand gesetzt werden. Ihre Wiedereinweihung ist für 2026 geplant.
So bleibt die Bärensteinhütte ein sichtbares Zeichen heimatlicher Verbundenheit und erinnert an die bewegte Geschichte rund um den Bärenstein.