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Neuigkeiten aus dem Naturpark


19.07.2010:  Hier gibt es sie noch - die Kleine Hufeisennase

Hier gibt es sie noch!

Die im Saale- und Orlatal beheimateten Kolonien der Kleinen Hufeisennase gehören zu den letzten in Deutschland. Die anspruchsvolle Fledermausart ist ein Zeiger für intakte Kulturlandschaft und erhalten gebliebene Artenvielfalt. Um die einst häufigen Nachtschwärmer wieder in ganz Thüringen und darüber hinaus zu etablieren, startet dieser Tage das Projekt: „Thüringen ist Hufiland“.
Konkretes Ziel des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Thüringen Landesanstalt für Umwelt und Geologie finanzierten Projektes ist es, die wenigen existierenden Ansiedlungen dieses streng geschützten Säugetiers gemeinsam mit den Menschen vor Ort dauerhaft zu erhalten und neue Quartiere für die Kleine Hufeisennase zu eröffnen.
Schwerpunkt der Verbreitung der Kleinen Hufeisennase in Thüringen ist das Saaletal und seine Zuflüsse wozu auch das Orlatal und sein Einzugsgebiet gehört. Die klimatisch begünstigten Tallagen und Hänge sind reich an Wäldern, Streuobstwiesen und Hecken, ideale Nahrungsgründe für die nachtaktiven Insektenjäger.
Bei den Wohnverhältnissen sieht es für die Kleine Hufeisennase weniger Ideal aus.
Kleine Hufeisennasen sind sehr wärmeliebend. Die Kinderstuben, in denen jedes Weibchen im Juni ein Jungtier zur Welt bringt und bis August groß zieht, befinden sich in zugluftfreien Dachböden z.B. von Burgen, Kirchen, Wohnhäusern oder in warmen Kellerräumen. Solche Quartiere finden die Hufeisennasen immer seltener.
In der Stadt Kahla sind mehrere Sommerquartiere bekannt. Die mit Hecken und Streuobstwiesen reich gegliederte Landschaft und die nahe Anbindung an den Dohlenstein bieten den Tieren gute Flugwege und reichlich Nahrung. Ungenutzte Dachböden und Keller besonders im historischen Stadtzentrum bieten geeignete Quartiermöglichkeiten. Auch hier zeigt sich, wo die Kulturlandschaft intakt ist und alte Bausubstanz bewahrt wird kann auch die Artenvielfalt erhalten werden. 
Eine der Hauptaufgaben des Projektes wird es daher sein, Gebäudebesitzer/Nutzer für den Schutz dieser Tiere zu gewinnen und z.B. ungenutzte Dachböden für Kleine Hufeisennase zugänglich zu machen oder vorhandene Quartierstandorte zu erhalten.
Die Kleine Hufeisennasen brauchen dringend unseren Schutz, da sie auf Quartiere in Gebäuden angewiesen sind. Es bestehen Fördermöglichkeiten für die fledermausfreundliche Sanierung von Gebäuden.

Weitere Informationen finden sie auf www.hufiland

 

 

 


Bilder: (Zum Vergrößern bitte anklicken!)